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Regional verankert, international auf Kurs

Mit einem Neubau setzt die Hänseler AG ein klares Bekenntnis zur Ostschweiz. Das Gebäude ist zudem Ausdruck eines unternehmerischen Aufbruchs in eine nachhaltige Zukunftsfähigkeit.

Regional verankert, international auf Kurs

Im Neubau der Hänseler AG werden nach strengen Qualitätsstandards Arzneimittel hergestellt. Bilder: zvg

Mit der Inbetriebnahme des neuen GMP-Produktionsgebäudes - eines Gebäudes für die Herstellung nach strengen pharmazeutischen Qualitätsstandards - schlägt die Hänseler AG in Herisau ein neues Kapitel auf. Der Neubau ist dabei weit mehr als ein baulicher Meilenstein: Er steht für den Anspruch, ein traditionsreiches Ostschweizer Unternehmen gezielt weiterzuentwickeln - mit moderner Infrastruktur, klarer Ausrichtung und dem Willen, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Seit über 60 Jahren ist Hänseler AG ein verlässlicher Partner für pharmazeutische Rohstoffe, ausgewählte Arzneimittel sowie Eigenund Handelsmarken.

Die vergangenen Jahre waren von Veränderung geprägt. Hänseler AG hat daraus gelernt, Strukturen gestärkt und die Basis für den nächsten Entwicklungsschritt geschaffen. Der Neubau ist deshalb nicht Selbstzweck, sondern sichtbarer Ausdruck eines unternehmerischen Aufbruchs: robuster in den Abläufen, klarer in der Organisation und besser vorbereitet auf weiteres Wachstum. Genau diese Verbindung aus Infrastruktur, Organisationsentwicklung und kultureller Erneuerung bildet die Grundlage für nachhaltige Zukunftsfähigkeit.

Versorgungssicherheit aus der Region

Besonders wichtig ist dieser Schritt für das Marktsegment Pharmazie. Hänseler AG versorgt Apotheken, Spitalapotheken und Drogerien mit pharmazeutischen Rohstoffen und Produkten. In einem sensiblen Bereich wie der Gesundheitsversorgung ist Verlässlichkeit zentral.

Mit dem GMP-Neubau am Standort Herisau stärkt das Unternehmen seine Fähigkeit, diese Versorgung aus der Schweiz heraus stabil und langfristig sicherzustellen. Der Ausbau der Kapazitäten dient damit nicht nur dem Unternehmen selbst, sondern auch der Versorgungssicherheit im Markt.

Für die Region ist das ein klares Signal. Hänseler AG bekennt sich zum Standort Herisau und sichert wertvolles pharmazeutisches Know-how sowie qualifizierte Arbeitsplätze im Appenzellerland. Werte wie Lösungsorientierung, Begeisterung und Verantwortung sollen diesen Weg prägen - nicht als Schlagworte, sondern als Haltung in einem anspruchsvollen Umfeld.

Nischenplayer mit internationaler Perspektive

Gleichzeitig eröffnet der GMP-Neubau Möglichkeiten im Marktsegment pharmazeutische Industrie. Hänseler AG positioniert sich von Herisau aus als spezialisierter Schweizer Nischenplayer für internationale Pharmaprojekte. Erweiterte Produktionsmöglichkeiten und die Fähigkeit zur Arzneimittel-Serialisierung schaffen Voraussetzungen, um auch anspruchsvolle Projekte für den europäischen Raum umzusetzen. Damit verbindet das Unternehmen regionale Verankerung mit internationaler Anschlussfähigkeit.

Diese Entwicklung zeigt sich auch im eigenen Leistungsangebot: von der Beschaffung über die Herstellung bis hin zur Vermarktung entlang der Wertschöpfungskette. Im Pharmazie-Bereich steht etwa Gly-Coramin beispielhaft für die Verbindung aus Tradition und Marktverständnis. Im Industriegeschäft unterstreicht die Herstellung einer Opiumtinktur als Arzneimittel für den europäischen Markt die Kompetenz von Hänseler AG, auch spezialisierte und regulatorisch anspruchsvolle Produkte aus Herisau heraus umzusetzen. Der Neubau schafft die Grundlage, um dieses Profil weiterzuentwickeln - für nationale und internationale Kunden.

Der GMP-Neubau ist damit vor allem eines: ein Zukunftsentscheid am bestehenden Standort. Er stärkt die Versorgungssicherheit, schafft Perspektiven für Arbeitsplätze in der Region und verbessert die Voraussetzungen, damit ein Herisauer KMU auch international eine wertvolle Nische besetzen kann. Nachhaltigere Energiequellen und die weitere Digitalisierung gehören dazu - aber nicht als Selbstzweck, sondern als Beitrag zu einem widerstandsfähigen, modernen und verlässlichen Unternehmen.

Bauen für Reinraumbedingungen

Ein pharmazeutischer Neubau ist anspruchsvoll - besonders, wenn er entsteht, während die Produktion weiterläuft. Die W+P AG begleitete Planung und Umsetzung und übersetzte die Anforderungen der Arzneimittelproduktion in ein funktionierendes Gebäudekonzept.

"Die grösste Herausforderung war, dass wir praktisch während des gesamten Projekts im Bestand und unter laufendem Betrieb gebaut haben", sagt Projektmanager Alexander Knorn. Staubwände, provisorische Installationen und eine Passerelle stellten sicher, dass die Betriebsabläufe jederzeit funktionierten.

Die neuen Produktions- und Lagerräume unterliegen strengen Vorgaben: Neben GMP-Richtlinien mussten auch Ex-Schutz und Atex berücksichtigt werden. Eine zentrale Rolle spielt das Lüftungs- und Reinraumkonzept. "Mit hohen Luftwechselraten und gezielten Überdrucksituationen verhindern wir, dass verunreinigte Luft in sensible Bereiche gelangt", erklärt Knorn. Fugenlose Oberflächen verhindern Staubablagerungen und erleichtern die Reinigung.

Die technische Infrastruktur für Lüftung und Medien ist in Zwischengeschossen untergebracht. Jeder Raum wurde von Swissmedic geprüft und abgenommen. "Wir mussten den Bauperimeter praktisch aus dem Bestand herauslösen und später mit dem Neubau exakt wieder verbinden", sagt Knorn. Ein Mock-up half, Installationen und Reinheitsanforderungen früh zu testen.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie komplex ein pharmazeutischer Neubau ist: Reinraumtechnik, Sicherheitsvorschriften und Bau im Bestand greifen eng ineinander - und bilden für die W+P AG eine Grundlage für zukünftige Projekte in diesem anspruchsvollen Umfeld.