Nicht wenige verbinden Begriffe wie «altersgerechtes Wohnen» oder «barrierefrei» eher mit Seniorenresidenz als mit selbstbestimmtem Wohnen. Gleichzeitig hat fast jeder schon die Erfahrung gemacht, dass viele Massnahmen, die unter diesen Begriffen zusammengefasst werden, in jedem Alter für mehr Komfort sorgen. Spätestens bei vorübergehenden Einschränkungen nach einem Unfall oder mit kleinen Kindern im Haus zeigen sich die Vorteile guter Planung mitunter schnell.
Bei der Gestaltung der Wohnfläche sind es unabhängig vom Alter häufig dieselben Einzelheiten, die darüber entscheiden, wie sich langfristig komfortabel wohnen lässt. Ein Beispiel sind bodengleiche Duschen: Was zunächst einfacher zu reinigen ist oder aus Designgründen gewünscht wird, ist später dank der fehlenden Einstiegsbarriere ideal für Menschen mit einer veränderten Mobilität. Es spricht deshalb einiges dafür, solche Schwierigkeiten von Anfang an durch durchdachte Lösungen möglichst gering zu halten.
Von der Verbindung zum Hindernis?
Was jahrzehntelang Stockwerke einfach miteinander verbunden hat, kann sich im Alter zu einem der grössten Hindernisse entwickeln: die Treppe. Schon leichtere Beschwerden an Gelenken oder Augen können genügen. Medikamente können die Reaktionsfähigkeit beeinflussen, und wer gleichzeitig etwas tragen muss, wird weiter belastet. Das Treppensteigen beansprucht zunehmend Zeit und Kraft, während das Risiko eines Sturzes wächst. Dabei gibt es zahlreiche Ansätze, die für Sicherheit sorgen können. Ein entscheidender Baustein sind Handläufe, die einen sicheren Griff ermöglichen. Bereits bei mehr als fünf Stufen kann sich für ältere Menschen ein deutlicher Unterschied bemerkbar machen. Fachleute empfehlen Handläufe sogar schon ab zwei Stufen und weitere Vorteile schafft die Montage auf beiden Seiten. Davon profitieren nicht zuletzt Begleitpersonen oder Pflegepersonal.
Runde oder ovale Formen lassen sich besser greifen als eckige, und reichen Anfang und Ende über die Treppe hinaus, kann man sich bereits vor der ersten Stufe abstützen. Auch durchdachte Beleuchtung spielt eine grosse Rolle. Sie ermöglicht eine sichere Orientierung - sofern sie ohne Blendeffekte oder Spiegelungen ausgelegt ist. Zeitschaltungen, die Licht nach einer festgelegten Dauer ausschalten, sollten auf die verlängerte Zeit aktualisiert werden. Praktisch sind auch Bewegungsmelder, die die Suche nach einem Lichtschalter ersparen. (bsr)